Dienstag, 1. Juni 2010

Drei Jahre vom Desaster bis zum Titel

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

Es stand schlecht um den FSV Weiler zum Stein vor drei Jahren. Keine Spieler, Vorletzter in der Kreisliga B, Gedanken an den Rückzug aus der Fußballliga. Jetzt ist der FSV Meister der Kreisliga B II – das Ende eines Plans.

2007 war es, als der FSV Weiler zum Stein Vorletzter der Kreisliga B I war. Gerade mal zu 14 Pünktchen hatte es gereicht und zu einem Torverhältnis von 29:115. Es hatte nicht mehr viel gefehlt und es hätte keinen Fußball mehr beim FSV gegeben. Doch dann nahmen Daniel Jeutter und Tim Böhringer das Heft in die Hand. Sie trommelten, holten alte FSVler zurück und Spieler, mit denen sie selbst gespielt hatten. Viele kamen so vom TSV Nellmersbach. 18 Neue waren es in der ersten Saison. Ein Neubeginn.In der zweiten Spielzeit schnupperten die Weilermer an den vorderen Plätzen. In der Saison 2009/10 wurden sie der Staffel II zugeteilt. Ein Vorteil? Ein kleiner wohl schon, räumt Trainer Tim Böhringer ein. Es fehlen hier die herausragenden Einzelspieler, wie es sie mittlerweile in der Staffel I gibt. Dafür aber seien die Mannschaften deutlich kampfstärker.Die einzige Gefahr drohte letztlich von der TSG Backnang II. Gegen die schaffte der FSV keinen Sieg. Im Gegenteil. Das Rückrundenspiel, in dem die Weilermer die Vorentscheidung hätten erzwingen können, ging mit 0:4 verloren. Doch die Backnanger eliminierten sich letztlich selbst. Punktabzug am Grünen Tisch, der FSV kann schon zwei Spiele vor Saisonende feiern.Tim Böhringer ist sicher, dass sich seine Mannschaft auch ohne Sportgericht durchgesetzt hätte. „Unser Drei-Jahres-Plan ist aufgegangen. Unsere fußballerische Qualität hat sich durchgesetzt.“Eine entscheidende Rolle habe dabei der Systemwechsel auf 4:4:2 „mit flacher Sechs“ gespielt. „Wir haben schnelle und technisch gute Leute auf dem Flügel, die präzise Flanken schlagen können.“ 60 Prozent der Tore, so Böhringer, sind über die Flügel – und hier über Tobias Schmiedt, Tim Schönthaler und Dennis Musik – eingeleitet worden. Verwertet hat die Flanken vor allem Michael Rosanelli (37 Treffer). Umut Özer hat in dieser Saison zwar bisher erst zwölfmal getroffen, in den vergangenen drei Jahren zusammen aber auch 67 Treffer erzielt.Stark in der Offensive, Erfahrung stabilisiert die AbwehrDie Offensive habe jedoch durch die „gute Arbeit gegen den Ball“ auch die Defensive unterstützt. In der Abwehrkette ragten Chef Markus Schaffer und Daniel Jeutter, der in den letzten Spielen nochmals reaktiviert wurde, heraus. Nur 15 Tore aus dem Spiel heraus musste der FSV hinnehmen.Ein besonderes Lob in seiner jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 23 Jahre) hat Böhringer für Stefan Dehn (14 Tore) und Azad Özer. Beide kamen erst aus der A-Jugend, und Özer habe „eine konstant starke Saison“ gespielt im zentralen Mittelfeld, am Ende zusammen mit Raffael Reyes, der in der Winterpause wieder zum FSV zurückgekehrt war.In die Kreisliga A geht der FSV mit fast unverändertem Team. Lediglich Uwe Hesselschwerdt verlässt den Verein. „Ein Abgang, der schmerzt“, sagt Böhringer. Hinzu kommen Markus Brenienek und Alexander Klein. Gesucht wird noch nach einem Torwart.Der alte Plan ist erfüllt, jetzt muss ein neuer erstellt werden. Das erste Ziel zumindest steht fest: Verbleib in der Kreisliga A?II.