Freitag, 18. Juni 2010

Faustschlag gegen den Schiedsrichter

Von Alexander Bertok

Faustschlag gegen den Schiedsrichter
Schiedsrichter Dennis Wirth wurde nach dem Abpfiff von einem wütenden Zuschauer ins Gesicht geschlagen. Dem Täter droht ein zivilrechtliches Verfahren.Foto: Bertok

Fussball - Die Unterländer Relegationsbegegnung zur Kreisliga A2 am vergangenen Mittwoch in Bad Wimpfen hat wohl ein zivilrechtliches Nachspiel. Nach dem Abpfiff des Duells VfL Obereisesheim gegen TSV Untereisesheim − der TSV siegte 5:2 nach Verlängerung − wurde Schiedsrichter Dennis Wirth (Kocher/Jagst) von einem Faustschlag im Gesicht getroffen.

Strittiger Strafstoß

Eberhard Lechner, Staffelleiter der Kreisligen A2 und B2, war vor Ort. "Die negative Stimmung hat sich nach einer strittigen Strafstoß-Entscheidung in der Verlängerung hochgeschaukelt." Der VfL Obereisesheim nutzte den Elfmeter in der 99. Minute zur 3:2-Führung. Zwei Platzverweise heizten das Ganze im weiteren Spielverlauf an.

"Nach dem Abpfiff sind dann knapp 15 Zuschauer aus Obereisesheim auf den Platz gestürmt", berichtet Lechner weiter. "Die Ordner sind zwar sofort dazwischen gegangen, konnten aber nicht verhindern, dass dem Schiedsrichter ins Gesicht geschlagen wurde." Wirth wurde von den Ordnungskräften danach in die Umkleidekabine geleitet, dort hat er gewartet bis die Polizei eingetroffen war.

Auch für Cengiz Aydügün, Obmann der Schiedsrichtergruppe Heilbronn, war der Elfmeter der Knackpunkt. "Der Täter ist ein ehemaliger Spieler des VfL, der vor vier Wochen von der Mannschaft ausgeschlossen worden war. Der hat dem Unparteiischen einen richtigen Faustschlag verpasst. Das rechte Auge schwoll sofort an."

Der für die Platzordnung zuständigen SG Bad Wimpfen kann kein Vorwurf gemacht werden. "Es waren genügend Ordner vorhanden, die Eskalation war jedoch nicht zu verhindern", sagt Aydügün, zumal sich die Ordner auf die Obereisesheimer Zuschauer eingestellt hatten. Der Täter ist aber von der Untereisesheimer Seite auf den Platz gestürmt. Korrekt verhalten haben sich Funktionäre und Trainer des VfL. "Die haben sich sofort entschuldigt und sich von ihrem Ex-Mannschaftsmitglied distanziert."

Bedauern

Von Obereisesheimer Seite bedauert man den Vorfall, die Leistung des Unparteiischen wird dennoch heftig kritisiert. "Was der gepfiffen hat, war katastrophal", sagt Abteilungsleiter Jochen Winter. "Das 1:0 für Untereisesheim war ebenso abseitsverdächtig, wie unser Tor zum 2:2. Und der Elfmeter war alles nur kein Elfmeter. Danach ist die Seele hochgekocht." Unter den Spielern ging es harmonisch zu. "Das war 120 Minuten lang ein faires Spiel", sagt Winter.

Dem Übeltäter droht ein zivilrechtliches Verfahren. Zudem wird sich das Sportgericht mit der Angelegenheit befassen, da es sich um einen Spieler mit gültigem Spielerpass handelt.