Samstag, 19. Juni 2010

Steilvorlage nicht aufgenommen

Von Nicole Theuer

Steilvorlage nicht aufgenommen
Aus den Händen von Staffelleiter Wolfgang Schieck (links) erhält Mehmet Tipit von Türkspor Eppingen die Meisterurkunde für die Reservemannschaft.Foto: Nicole Theuer

Fussball - Lange Diskussionen, die am Ende zu nichts führten und die Erkenntnis, dass der Spielbetrieb einer Reform bedarf, damit endete der Fußballkreistag in der Sinsheimer Stadthalle. Nachdem fast alle Tagesordnungspunkte zügig abgehakt werden konnten (siehe nebenstehenden Bericht), entbrannte bei der Besprechung der kommenden Spielzeit eine hitzige Diskussion.

Dorn im Auge

Der Vorsitzende der SG Eschelbach, Norbert Wallusch, versuchte, die Vereine der Kreisklasse A dazu zu bringen, auf ihr in der Satzung verbrieftes Recht auf Teilnahme am Spielbetrieb mit den Reservemannschaften zu verzichten. Dies ist Wallusch ein Dorn im Auge, sieht er doch den Spielbetrieb der Reservemannschaften gefährdet. Die drohende Diskussion versuchte Kreisvorsitzender Herweg Werschak im Keim mit dem Hinweis, der Antrag sei nicht rechtzeitig eingegangen, zu ersticken. Doch Wallusch, dem offensichtlich schnell klar wurde, dass ihn der Kreisvorsitzende missverstand, zeigte sich uneinsichtig.

So entbrannte eine Diskussion um den Spielbetrieb, die am Ende vorhersehbar ergebnislos endete. Werschak verteidigte vehement die vor fünf Jahren eingeführte Kreisklasse B2, über deren sportlichen Wert seit Jahren diskutiert wird. "Wir haben unser Ziel erreicht, dass es einen geregelten Spielbetrieb für die Reservemannschaften der Kreisliga gibt."

"Wenn jetzt aber auch noch A- und B-Ligisten sich entschließen, ihre Reservemannschaften für die B-Klasse zu melden, wird die B2 aufgebläht", hielt Wallusch dagegen. Da schnell klar wurde, dass die beiden Konkurrenten aneinander vorbeiredeten, schaltete sich der Geschäftsführer des Badischen Fußballverbandes, Siegfried Müller, in die Diskussion ein. "Die Einführung der Kreisklasse B2 war ein grundlegender Fehler", hielt er Kreisvorstandschaft und Befürwortern vor. "Der richtige Weg wäre gewesen, anstatt einer zweiten B-Klasse, eine C-Klasse einzuführen."

Farce bleibt

Dies, so Müller, in einer Steilvorlage für den Kreisvorsitzenden, könne schnell geändert werden. "Die Vereine müssen nur zustimmen, dass sämtliche Vereine aus der B2 formal in eine C-Klasse absteigen und schon ist die Sache erledigt." Jeder Verein, der eine weitere Mannschaft in die Konkurrenz melde, werde in die C-Klasse eingestuft, so Müller weiter. "Werden es zu viele Mannschaften, gibt es eine zweite C-Klasse." Müller warnte eindringlich davor, eine dritte B-Klasse einzuführen. "Das wäre eine Farce, wie soll der Meister der B-Klasse in der A-Klasse bestehen?"

Sehr zum Leidwesen der meisten Vereinsvertreter ließ Werschak diesen Traumpass ungenutzt und beharrte stur auf seinem Vorschlag, eine Spielkommission zu bilden, die sich mit der Reform des Spielbetriebs beschäftigen soll. Eine weitere Farce des Spielsystems bleibt weiterhin bestehen. Die vom SV Grombach beantragte Auslosung der ersten Runde des Kreispokals lehnten die Vereinsvertreter mehrheitlich ab. "Ich berücksichtige immer die Wünsche der Vereine, das finde ich besser, als wenn die Vereine in der ersten Runde zu weit reisen müssen", begründete Pokalspielleiter Berthold Graf seine zweifelhafte Praxis, die erste Runde nach geografischen Gesichtspunkten zu setzen.