Samstag, 19. Juni 2010

Duell der alten Bekannten

Von Marc Schmerbeck

Duell der alten Bekannten
Der Öhringer Stürmer Alexander Elli ist auch vom Elfmeterpunkt aus treffsicher. Am Sonntag steht für sein Team das Relegationsspiel um den Klassenverbleib in der Landesliga an.Foto: Marc Schmerbeck

Fussball - Alles Kopfsache. Nur nicht verkrampfen. Immer schön locker bleiben. Jochen Sailer ist damit beschäftigt, seine Mannschaft bei Laune zu halten. "Es ist wichtig, die richtige Mischung aus Spannung und Lockerheit zu haben", sagt der Trainer der TSG Öhringen. Für seine Mannschaft geht es am Sonntag um viel. Beim SSV Schwäbisch Hall steht um 15 Uhr das Relegationsspiel um den Landesliga-Klassenerhalt für die TSG an. Der Gegner TSV Hessental (Vizemeister Bezirksliga Hohenlohe) kann ganz ohne Druck aufspielen.

Unbefangen

"Es hat sich so ergeben, dass wir jetzt in der Relegation spielen", sagt TSV-Abteilungsleiter Peter Dierolf. "Satteldorf hat geschwächelt. Wir hatten Glück, dass sich keiner der Leistungsträger verletzte und wir fast jeden Sonntag das gleiche Team hatten. Falls wir gewinnen sollten, wird es für uns in der Landesliga von Beginn an ein Überlebenskampf." Doch annehmen würden die Hessentaler den Aufstieg. "Es wäre ein Erlebnis, das wir gerne mitnehmen. Aber wir können ganz unbefangen an die Sache gehen. Wenn es nicht klappt, ist es egal. Wir haben dann nächste Saison wieder eine gute Bezirksliga-Mannschaft. Öhringen ist da eher unter Zugzwang", sagt Dierolf. "Bei denen würde dann ja auch die zweite Mannschaft absteigen."

Der TSV setzte sich in den Ausscheidungsspielen gegen Viktoria Backnang und die Spvgg Renningen durch. "Gegen Renningen wurde Hessental nicht richtig gefordert", sagt Sailer. "Deshalb war auch der Kräfteverschleiß nicht so hoch." Die beiden Teams sind alte Bekannte. Bis vor dieser Saison beharkte man sich immer wieder in der Bezirksliga. "Das ist eine robuste Mannschaft, die in der Abwehr sehr sicher ist", sagt Sailer. "Marc Greiner ist im Mittelfeld hervorragend und vorne ist Slawek Radzik immer gefährlich. Umsonst sind die nicht so weit gekommen." Doch er weiß auch um die Stärken seiner Truppe. "Ich hoffe, wir haben in dem Jahr Landesliga einiges mitbekommen, was Schnelligkeit, Spritzigkeit und Physis betrifft", sagt Sailer. Denn vor allem zu Beginn der Saison musste sein Team immer wieder Lehrgeld zahlen. Sailer: "Da waren wir im Kopf zu langsam."

In den zwei Wochen Wartezeit bis zum Relegationsspiel versuchte er in erster Linie die Stimmung in der Mannschaft hoch zu halten. Spielerisch sei es im Training zugegangen. "Wir haben viel gemacht, bei dem man auch mal Lachen kann", sagt der Trainer. "Aber wir haben auch Zweikämpfe und Aggressivität trainiert."

Am Ende werden wohl Kleinigkeiten den Ausschlag über Aufstieg oder Klassenerhalt geben. "Das wird sicher ein Spiel auf Augenhöhe. Wobei ich Öhringen als Favorit sehe", sagt Dierolf. "Die Chancen stehen 50:50." Zuversicht gibt ihm die Bilanz gegen die TSG in der vergangenen Saison: "Da haben wir zwei Mal Unentschieden gespielt und im Pokal gewonnen."

Treffen der Torjäger

Allerdings schränkt Dierolf dies auch schnell ein: "Da war Öhringen aber noch nicht so stark. Mittelfeldspieler Martin Weiß, der viel Erfahrung hat, und Stürmer Alexander Elli waren da noch nicht im Kader. Und Elli ist ein gnadenloser Knipser." Der Öhringer holte sich in der abgelaufenen Landesliga-Saison die Torjägerkanone mit 24 Treffern. Dabei absolvierte er noch nicht einmal alle Spiele. Auf der anderen Seite steht ihm aber Radzik nicht viel nach. Seit Jahren steht er in der Bezirksliga immer ganz weit oben in der Liste der besten Torschützen. Diese Runde traf er gleich 28 Mal. Vieles wird also von der Tagesform der beiden Teams und ihrer Leistungsträger abhängen.