Freitag, 28. Mai 2010

Zu wenige Spieler im Training

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

Viel erwartet worden war vor der Saison vom TSV Nellmersbach, nun steht er „nur“ auf Platz vier. Trainer Michael Felix ist denn auch nicht zufrieden. „Wir haben uns mehr erhofft.“ Dabei hat lediglich Spitzenreiter FSV Waiblingen weniger Niederlagen auf dem Konto. Am vorletzten Spieltag jedoch könnte der Sprung auf Platz drei gelingen, wenn es nicht schon wieder Probleme gäbe.

„Jan Brandt muss nach acht Wochen Pause gleich spielen und ich wahrscheinlich auch“, sagt Michael Felix vor dem Spiel heute Abend gegen den SV Hertmannsweiler. „Das sagt alles über unsere derzeitige personelle Situation.“ Dabei ist die Chance groß, mit einem Sieg am VfL Winterbach vorbeizuziehen und Platz drei zu übernehmen: Denn der muss am Sonntag zum FSV Waiblingen.Felix fehlen heute Abend unter anderem Steffen Bauerle und Jochen Schöllig. Ben Blümle, der beim VfB Stuttgart eine Festanstellung bekam und zusammen mit Günther Schäfer die Fußballschule managt, fehlt schon seit längerer Zeit. Felix’ größtes Problem allerdings sind nicht die Spieler, die am Spieltag fehlen, sondern jene, die nicht zum Training kommen können. „Seit zwei, drei Monaten habe ich nur acht, neun Leute im Training. Da tut man sich schwer, etwas einzustudieren.“Zu viele Spieler fehlen aus beruflichen Gründen im TrainingVor allem wenn gerade die wichtigen Leute fehlen. Steffen Bauerle ist in Villingen-Schwenningen und absolviert seine Kommissarausbildung, Sören Kupfer macht das Gleiche in Rheinland-Pfalz, ist mittlerweile auch dorthin gezogen. „Hagen Ehleiter macht seinen Doktor in Ulm und Hannes Fleischmann studiert in Bamberg.“ All jenen fehle nicht nur das Training, sondern im Spiel dann auch „die Bindung zur Truppe“.Unter diesen Umständen ist Felix über Platz vier schon wieder froh, auch wenn er klar sagt: „Ich möchte Dritter werden.“ Dass es dazu bisher nicht gereicht hat, liegt an den neun Unentschieden. Verloren hat der TSV erst viermal, darunter zweimal gegen Waiblingen und einmal gegen die Viktoria Backnang. Damit könne er schon zufrieden sein. „Aber wir waren eben nicht konstant genug.“ Trotzdem aber betont er: „Wir haben uns verbessert im Vergleich zum letzten Jahr.“Das soll sich in der kommenden Saison fortsetzen. Deshalb werde darauf geachtet, junge Spieler zu verpflichten, „die auch im Training sind“. Sören Kupfer fällt nach seinem Umzug nach Rheinland-Pfalz endgültig aus, Ehleiter beendet seine Ausbildung und müsste deshalb öfter das Training besuchen können. Hannes Fleischmann studiere zwar weiterhin in Bamberg, „doch der ist nicht das Problem: Er macht ja seine Tore trotzdem“.Der Anspruch wird auch dann wieder sein: in der Spitzengruppe mitspielen. Platz vier wäre erneut wenig.